Wir haben es geschafft. Nach rund 16.000 km und 60 Tagen hat das gesamte neunköpfige Team Petropavlovsk/Kamchatka am 8. April gegen 15.00 Uhr mit allen drei Amaroks erreicht. Niemals zuvor wurde Petropavlovsk von Moskau aus per Fahrzeug auf eigener Achse erreicht. Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und möchten uns bei allen Lesern und Partnern für ihr Interesse und Vertrauen bedanken, insbesondere bei Volkswagen Nutzfahrzeuge Russland, ohne dessen Unterstützung dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre. Einen herzlichen Dank auch an Oleg und sein Schneeraupenteam. Am Morgen des 8. April verließen wir Malik, nachdem unser Fotograf noch ein ausgiebiges Bad in den Warmwasserquellen von Malik genommen hatte. Die letzten 100 Kilometer waren sehr emotional und wir beglückwünschten uns per [...]
Zum Frühstück fuhren wir zu einem kulturellen Besucherdorf der Ewenen etwas außerhalb von Anavay, wo uns eine Gruppe von jungen Ewenen mehrere Tänze vorführte. Wir blieben den ganzen Vormittag und fuhren dann weiter Richtung Malik, einem berühmten Badeort mit heißen Quellen, ca. 100 Kilometer nördlich von Petropavlovsk. Vorher musste aber noch zwei Stunden lang das Verteilergetriebe auf offener Straße repariert werden. Bei einem Tankstopp auf der Schotterstraße Richtung Süden probierte Fotograf Ilya seinen Helikopter aus, was vom gesamten Team mit Spannung verfolgt wurde. Immer wieder stoppten Passanten mit ihren Autos neben dem Amarok-Konvoi um mehr über die Expedition zu erfahren. Am Abend erreichten wir Milkovo. Zum ersten Mal seit Anadyr konnten wir wieder an einer richtigen [...]
Wir übernachteten im Gästehaus des Bürgermeisters von Klychi. Am nächsten Morgen ging es zügig auf der Schotterstraße weiter Richtung Süden. Wir machten einige Aufnahmen von Vulkanen entlang der Straße. Da das Wetter wie schon in den letzten Tagen sehr gut war, entschieden wir uns Richtung Esso zu fahren und eine Nacht in dem Dorf Anavay zu verbringen. Die Straße wurde enger und die Amaroks bekamen nun einen richtigen Off-Road Look. Wie viele Ortschaften im südlichen Kamchatka hat auch Anavay eine heiße Quelle, die wir am Abend noch kurz besuchten. Der Ort ist auch das logistische Zentrum für mehrere Dörfer weiter im Westen entlang der Küste. Einige russische Schneeraupen wurden gerade mit Lebensmitteln beladen, als wir im Ort ankamen. Am Abend schaute sich das Team noch einige [...]
Der 5. April stand ganz im Zeichen des über 3.000 Meter hohen Vulkans Shivluch und des Erreichens der Asphaltstraße. Wir verabschiedeten uns frühmorgens von Vitali in seiner Versorgungshütte, die er vier Monate lang alleine bewohnt, um seinen Streckenabschnitt und den Diesel für die Versorgungsschneeraupen zu beaufsichtigen. Die dann folgende Strecke war eine gut erkennbare, aber nicht gewartete Winterstraße. Wieder ragten viele Äste in die Strecke hinein, die einige deutliche Spuren am Lack der Amaroks hinterließen. Nach einem ausgedehnten Frühstück in guter Sichtweite zum Vulkan erreichten wir am Nachmittag den Eingang des Militärgeländes, das wir in den letzten zwei Tagen durchquert hatten. Kurz danach fuhren wir seit Anadyr zum ersten Mal wieder auf einer richtigen Winterstraße. Es [...]
Auch -18 °C in der Nacht hielten einige Teammitglieder nicht davon ab, sich draußen in ihre Schlafsäcke zu legen. Die Strecke führte anschließend mehrere Stunden lang durch sehr dichte Birkenwälder, in denen es manchmal nur um wenige Zentimeter ging, manchmal aber auch die Säge zum Einsatz kommen musste. Der Schnee bedeckte einige Bäume auf sehr bizarre Weise und man fühlte sich in einem von der Natur gesteckten Off Road-Parcours. Gegen Mittag musste eine abgerissene Schraube am Vorderrad gewechselt werden und wir nutzten die Pause, um mit dem Sturmkocher Schnee zu schmelzen. Nach einiger Zeit stießen auch die drei begleitenden Schneeraupen zu uns, die in den dichten Birkenwäldern so ihre Probleme hatten, und wir stellten uns mit allen Fahrzeugen zu einem Gruppenfoto auf. Gegen Abend [...]
Nach der Nacht im Werkstattraum der Feuerwehr starteten wir gegen sieben Uhr Richtung Uka, unserem letzten Ziel an der Pazifikküste. Die Route führte an dampfenden Geröllwänden und Shelfeis entlang direkt nach Süden. Manchmal passierten wir tief eingeschneite Fischerhütten. Gegen Mittag trafen wir zwei Schneeraupen, die Ivanka wöchentlich mit Lebensmitteln versorgen. Das traf sich gut, denn jetzt hatten wir eine frische, leicht erkennbare Spur fast bis zur Asphaltstraße in Klychi. Kurz danach stoppten wir an einer verlassenen Radaranlage, wo einer unserer Schneeraupenfahrer seine Gitarre auspackte und eine russische Ballade zum Besten gab. Leider reichte es wegen der Kälte nur für ein Lied, doch die Akustik in dem metallischen Rund der Anlage war überwältigend. Einige Stunden später [...]
Nach einer kurzen Nacht ging es entlang der Küste Richtung Ivanka. Wir konnten den Schornstein des Heizwerkes schon erkennen, da brachen alle drei Amaroks auf einem See wieder in Naled-Eis ein. Obwohl ein Dünenkamm nicht weit von uns Richtung Dorf verlief, hatten wir uns entschieden, über den See zu fahren. Die Düne wird von mehreren tiefen Flüssen durchschnitten und vor ein paar Jahren wurde anscheinend einmal ein Vezihod in einem Flusslauf versenkt. Es wurde wieder ein voller Schaufeltag und durch die viele Sonne wird die Gesichtsfarbe des Teams immer „gesünder“. Mehrmals musste die rote Schneeraupe zwischen dem sicheren Dünenstreifen und den Amaroks hin und herpendeln. Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir Ivanka, wo wir im örtlichen Feuerwehrgebäude übernachteten und auftankten. [...]
Die Nacht war sternenklar und die Temperatur sank auf -26 °C. Das Naled-Eis war jetzt etwas besser befahrbar und wir versuchten einen Amarok nach dem anderen ans Ufer zu ziehen, welches ca. zwei Kilometer entfernt war. Unendlich lange dauerte dieses Abschleppen, so dass wir erst gegen Nachmittag weiter Richtung Ivanka fahren konnten. Doch 50 Kilometer vor dem Ort - mehrere vorbeifahrende Skidoofahrer hatten uns bereits auf die Gefahr hingewiesen - brachen die Schneeraupen und die Amaroks an zwei kleinen Bächen ein. Eine Schaufelaktion bis in die Nacht hinein brachte nur wenige Meter Fortschritt, so dass wir uns entschieden, auch diese Nacht in den Fahrzeugen zu verbringen. Dabei bewährte sich immer wieder das dehydrierte Essen von Extrem Food. Alle vier Sorten, die wir dabei haben, sind [...]
Am Morgen machten wir unser Guinness World Records-Foto vor dem Gebäude der örtlichen Verwaltung und verließen dann Ossora in Richtung Süden. Oleg und sein Team hatten eine dritte Schneeraupe in Ossora auf ihrem Weg nach Anadyr geparkt, die mit breiteren Ketten versehen und bedeutend leichter ist als die beiden anderen uns bisher begleitenden Schneeraupen. Sie sollte uns im Laufe des Tages noch sehr nützlich werden. Gegen Mittag mussten wir die Karaga-Bucht überqueren, da eine alternative Route zu steil und zu tief zugeschneit war. Nach einigen Kilometern auf dem zugefrorenen Buchteis kam dann das gefürchtete Naled-Eis, schmelzendes Oberwasser kombiniert mit Neuschnee, was die Amaroks sofort bis auf beide Achsen einsinken ließ. Selbst das Abschleppen durch die leichte Pistenraupe half [...]
Die Dorfverwaltung von Ossora bot uns für die kommenden zwei Tage den Trainingsraum des örtlichen Ringerclubs als Übernachtungs- und Aufenthaltsort an. In den Tagen vor unserer Ankunft war ein schwerer Sturm durch die Region gezogen und die fast drei Meter hohe Schneedecke war an jedem Haus sichtbar. Am 29. März war es jedoch sonnig und wir hatten Glück, denn die größte Sportveranstaltung des Jahres im nördlichen Kamchatka erreichte ihren Zielort Ossora. Der erste Hundeführer erreichte die Ziellinie morgens um zehn Uhr, nach 69 Stunden reiner Fahrtzeit auf der 970 Kilometer langen Strecke. Die ganze Dorfbevölkerung war zur Festhalle gekommen und feierte den Zieleinlauf der zwölf Hundeteams. Wir wurden offiziell als Sotchi-Repräsentanten zur Abschlussveranstaltung eingeladen. Man sah den [...]
Am Morgen erreichten wir bei bestem Wetter das kleine Dorf Tymklat, wo man auf dem Dorfplatz schon mit einer Schulklasse auf uns wartete. Wir nutzten den Ort auch um unsere Vorräte aufzufüllen und verteilten einige von unseren Expeditionsaufklebern. Kurz nach Tymklat mussten wir zum ersten Mal aufs gefrorene Meer, um einen Felsen zu umfahren. Es klappte sehr gut, da das Eis sehr flach und fest zugefroren war. In der Vorbereitung dieser Expedition wurde oft über diesen Felsen gesprochen, aber wir hatten heute viel Glück. Am Mittag brach die zweite Schneeraupe in einem kleinen Bach ein und musste mehrere Stunden lang aus dem Eis befreit werden. Hervorzuheben ist hier der Sprung von Mechaniker Alexey von der Schneeraupe in den Tiefschnee. Die drei Amaroks wählten einen anderen Weg über den [...]
Am 26. März kamen wir in dem tiefen Schnee entlang der Küste nur langsam voran und mehrmals mussten uns die Schneeraupen zu Hilfe kommen. Wir trafen an diesem Tag weder einen Skidoo-Fahrer noch passierten wir ein Dorf. Schaufeln und in den Amaroks schlafen wurde zur Routine. Diese Routine wurde am 27. März jäh unterbrochen, als eine der Schneeraupen am unteren Rand einer zugefrorenen Düne im weichen Eis einbrach. Mehrere Stunden versuchten wir sie aus dem Eis zu befreien. Dazu nutzen wir die Seilwinden aller drei Amaroks zur seitlichen Sicherung und die zweite Schneeraupe für den Zug nach vorne. Es bestand wieder die Gefahr, die Schneeraupenkette zu verlieren, aber diesmal lief alles glatt. Wir nutzten die Pause auch, um uns mit Haferflocken und Honig zu stärken - unserem täglichen [...]
Am Morgen kamen wir im Dorf Vyvenka an, das direkt an der Küste liegt. Rund 150 Einwohner leben hier vom Fischfang in den kurzen Sommermonaten. Im Winter wird der Fisch auf dem zugefrorenen Fluss geangelt, der sich am Dorf vorbei ins Meer schlängelt. Viele Schneemobile kamen uns schon vorab entgegen und begleiteten uns durch die einzige Dorfstraße. Im kleinen Supermarkt gab es nicht viel zu kaufen, aber es reichte, um ein wenig die Vorräte aufzufrischen. Wir verließen gegen Mittag das Küstendorf und fuhren im tiefen Schnee etwas weiter im Landesinneren, immer dem Küstenverlauf folgend, in Richtung Westen. Am Nachmittag stellten wir starken Ölverlust am Untersetzungsgetriebe fest und unsere Windplane kam zum Einsatz um die Mechaniker zu schützen. Sie wurde von den beiden anderen Amaroks [...]
Am Sonntagmorgen erreichten wir den Ort Khailino, wo wir die Amaroks vom letzten Naled-Eis befreiten. Da das Bürgermeisteramt geschlossen war, fuhren wir kurzerhand weiter in Richtung Tilichki, einem Ort am Pazifik. Seit Kamenskoje gibt es eine relativ gute Winterstraße und mehrmals kamen uns die schweren dreiachsigen Urals entgegen, die uns wichtige Infos zu Straße und Wetter geben konnten. Am Nachmittag konnten wir bei strahlendem Wetter einen ersten Blick auf den Pazifik werfen und einige Kilometer weiter sahen wir an der Küste die Stadt Tilichki, die nach einem Erdbeben in den 90iger Jahren neu und sehr amerikanisch auf einem Hügel wieder aufgebaut wurde. Mehrere Snowmobil-Fahrer kamen uns entgegen, die auf ihrem Sonntagsausflug in die Berge waren und von unserer Expedition gehört [...]
Auch am nächsten Morgen hielt der Sturm an, so dass das Anbringen der Schneeraupenkette eine echte Tortur für beide Teams war. Zwei Teammitglieder liefen währenddessen fünf Kilometer den Fluss ab, um die Naled-Strecken und die Eisdichte mit einem STIHL-Bohrer zu messen und die Route mit Ästen abzustecken. Am Nachmittag war es dann endlich soweit, wir konnten dieses windige Flusstal verlassen und weiter nach Süden fahren. Trotz des Absteckens kam es an zwei Stellen nochmals zu Einbrüchen im Naled-Eis, die allerdings nicht so tief waren wie gestern. In der Nacht erreichten wir das 200 Seelen-Dorf Talovka, wo wir im Bürgermeisteramt eine kurze Pause einlegten. Ein Schneemann/frau wies uns die letzten Meter ins Dorf, wo am Ortsrand wieder einige Schiffe auf dem Trockenen lagen. Wir nutzten [...]
Um vier Uhr morgens erreichten wir Kamenskoje, wo wir die Amaroks wie immer vor dem Bürgermeisteramt abstellten und bis um acht Uhr in den Fahrzeugen und Schneeraupen schliefen. Das Dorf liegt am Fluss Penzhina und am Ortseingang liegt die eingefrorene Schiffsflotte, an der die Winterstraße vorbeiführt. Am Vormittag präsentierten wir die Amarok Polar Expedition dem gesamten Lehrerkollegium und gegen Nachmittag ging es weiter durch die Belaya-Schlucht in Richtung Pazifik. Schon auf den 30 Kilometern zum Einstieg in die Schlucht hatten wir mit tiefem Schnee zu kämpfen, aber das war nur eine Vorahnung von dem, was noch kommen sollte. Zunächst mussten wir mehrmals Naled-Eis durchqueren. Dieses sehr gefürchtete Eisflächenwasser ist nicht gefroren und fließt in einer nicht abzuschätzenden Höhe [...]
Nach dem Passieren der Grenze von Chukotka nach Kamchatka stellten wir die Amaroks und die Schneeraupen zusammen und verbrachten die Nacht in den Fahrzeugen. Der Schnee war nicht mehr so tief, so dass wir recht zügig vorankamen. Wir waren darüber ziemlich erleichtert, denn das Grenzgebiet wird normalerweise von keinen Versorgungsschneeraupen oder LKW befahren. Kurz vor Ayanka überquerten wir den gefrorenen Fluss Penzhina, der von einem kleinen Wald umgeben ist. In dem 300 Einwohner-Dorf Ayanka wurden wir gleich vom einzigen Polizisten am Ort empfangen, der meinte, dass er hier noch nie einen Ausländer oder gar Touristen gesehen hätte. Danach ging es in die Dorfschule, wo wir, sehr zum Interesse der Schüler, anhand einer an die Tafel gemalten Russlandkarte unsere bisherige Route [...]
Nach einer kurzen Nacht ging es bei nur mäßiger Sicht weiter in Richtung Grenze nach Kamchatka. Der Reifendruck wurde nochmals auf 0,15 bar abgesenkt, das ist das absolute Minimum. Damit wurde zwar spürbar mehr Traktion erreicht, aber der zum Teil zwei Meter hohe Schnee war unter einer dünnen, gefrorenen Eisdecke pulvrig und ließ die Amaroks sofort bis auf die Achsen einsinken. Zudem ist die Tundra im Grenzgebiet sehr hügelig und wir mussten mehrmals alle drei Amaroks und beide Schneeraupen zu einem Konvoi für mehrere Kilometer zusammenhängen, um vorwärts zu kommen. Die Erschöpfung im Team war jetzt überall spürbar. Am 19. März machten wir nur rund 60 Kilometer Strecke. Am Morgen des 20. März brachte unser Chefmechaniker Andrew das Team mit Morgengymnastik auf Touren und gegen Abend [...]
Der Bürgermeister von Markovo organisierte für uns eine Wohnung zum Übernachten und am nächsten Morgen wurden alle Amaroks nochmals gründlich gecheckt. Zum Mittagessen waren wir bei einer Frau eingeladen, die uns stolz Bilder von ihrer Tochter und deren aus Sri Lanka stammenden Mann zeigte. Sie haben sich in Wladiwostok kennengelernt und leben nun in Tokio, wo sie nach japanischem Ritual geheiratet haben. Am Abend begleitete uns ein Konvoi der Bevölkerung, angeführt vom Bürgermeister, zum Ende der Dorfstraße. Von dort aus führt keine Winterstraße mehr durch die Tundra nach Kamchatka. Damit ging für uns die Expedition richtig los, denn trotz der riesigen Reifen waren Schneehöhen von bis zu 1,20 Meter eine große Herausforderung. Einmal rutschte ein Amarok in einen schneebedeckten, aber [...]
In der Nacht vom 16. auf den 17. März kamen wir in dem kleinen Ort Ust-Belaya an, der am Anadyr-Fluss liegt. Die örtliche Verwaltung führte für uns am Vormittag ein Theaterstück auf und lud das ganze Dorf dazu ein. Die drei Amaroks, die vor der Turnhalle geparkt waren, wurden sofort von der Bevölkerung umringt und manche Jugendliche fuhren auf den Trittbrettern der Amaroks mit durchs Dorf. Am Nachmittag ging es auf dem Fluss weiter Richtung Westen nach Markovo. Die Strecke war zwar gut erkennbar, aber von mehreren offenen Flüssen durchzogen. Die konnten wir aber ohne Probleme durchqueren. Mehrmals trafen wir auf Eisfischer, die stundenlang vor ihrem Loch im etwa ein Meter dicken Flusseis ausharren. Am Abend trafen wir wieder auf das vorausgefahrene Schneeraupenteam und genossen gemeinsam [...]
Drei Tage in Anadyr, der Hauptstadt von Chukotka. Die Stadt, am Fluss Anadyr gelegen, ist mit seinen 16.000 Einwohnern und seinen bunten Häusern für uns schon fast eine Großstadt, nachdem wir das letzte Mal in Jakutsk eine Ampel gesehen haben. Hier verabschiedeten wir uns von unserer Fotografin und dem Fahrer des serienmäßigen Amaroks, die zurück nach Moskau flogen. Einige Teammitglieder wurden zu verschiedenen Veranstaltungen zur Expeditionspräsentation eingeladen, wo wir unsere Sotchi-Schals verteilten. Alle drei Amaroks bekamen nun die 1300er Reifen aufgezogen und wurden für die zweite große Etappe durch Kamchatka vorbereitet. Auch trafen wir zum ersten Mal unser Unterstützungsteam vom Off-Road Club aus Petropavlovsk. Sie fuhren uns mit zwei Schneeraupen von Kamchatka aus entgegen, zum [...]
Da in Anadyr schlechtes Wetter herrschte, verzögerte sich unsere Abfahrt um einen Tag. Ein Pooltisch in der Turnhalle sorgte für ein wenig Abwechslung. Gegen sechs Uhr abends ging es endlich weiter. Der Sturm hatte auf der Strecke nach Anadyr viele Bodensenken mit Neuschnee zugeweht, so dass die beiden mitfahrenden Schneeraupen die Amaroks mehrfach herausziehen mussten. In Sibirien sind diese gebraucht aus Japan importierten Schneeraupen von Isuzu sehr gefragt und gelten als sehr zuverlässig. Nach einer durchgefahrenen Nacht kamen wir am Nachmittag in Leninka, einer verlassenen Militärbasis am östlichen Ufer des Anadyr-Flusses, an. Mehr als 100 verlassene Häuser stehen rechts und links der Ortsstraße. Die Fahrt rein nach Anadyr erfolgt über eine sehr gepflegte Eisstraße. Am Ortsschild [...]
Wir verließen Egvengiot am Mittag, nachdem einiges der Ladung von den Amaroks auf eine Schneeraupe umgeladen wurde. Da nicht alle Amaroks auf große Reifen umgerüstet worden waren, entschieden wir uns, zur Sicherheit eine Schneeraupe im Konvoi mitzunehmen. Die Route führte über eine gefrorene Bucht die Küste entlang Richtung Uekal, einem Ort mit 100 Einwohnern, etwa auf halber Strecke nach Anadyr. Früher hätte man auch übers Meer fahren können, aber seit Global Warming friert das Meer nicht mehr ganz zu. Mehrere Tundrahügel wurden überquert und trotz einem Reifendruck von 0,1 bar mussten wir mehrmals alle drei Amaroks abschleppen lassen. In der Nacht erreichten wir Uekal und waren froh, dass die örtliche Verwaltung uns die Turnhalle zur Übernachtung überließ. Ein heraufkommender Sturm und [...]
In der Nacht erschienen plötzlich Lichter am Horizont, die auf uns zugefahren kamen. Es war ein russischer Sechsachsen-Leitbau, der von unserer Expedition erfahren hatte und uns entgegen kam. Der Fahrer und seine Familie wollten wissen, wie es uns geht. Am Morgen wurde die Straße besser, was die Schneehöhe betraf, und wir kamen gut voran - bis ein Amarok zu weit links fuhr und unaufhaltsam in den mit tiefem Neuschnee gefüllten Straßengraben rutschte. Dann hieß es wieder mal alle Schaufeln auspacken und eine Spur legen, damit der Amarok rausgezogen werden konnte. 40 Minuten gingen so schnell ins Land. Anschließend wurde es sonnig und es ging zügig weiter Richtung Egvengiot. Die großartige Berglandschaft ließ die Strapazen der zwei Tage vorher vergessen. Am Polarkreis-Monument schossen wir [...]
Im Morgengrauen standen wir immer noch im Blizzard und warteten, dass die Sicht besser wurde. Der Wind war allerdings nicht so stark, dass die Schneeverwehungen unsere Fahrzeugtüren erreichten. Von Einheimischen haben wir oft gehört, dass Autos in einem Blizzard völlig eingeschneit werden. Gegen Mittag erreichten wir die Geisterstadt Iultin und den berühmten Iultin-Pass direkt hinter der Ortsausfahrt. Eine Familie harrt noch aus in dem Ort, der einst 5000 Menschen beherbergte, die vom Bergbau lebten. Zeitweise wohnen dort noch sechs Arbeiter, die sich um das Räumen der Straße kümmern. Leider hatte der starke Wind in der Nacht den Pass mit 1,80 Meter hohen Schneeverwehungen unpassierbar gemacht. Wir versuchten erst mit dem Amarok auf den großen Reifen eine Spur zu legen, mussten uns aber [...]
Wir konnten in der Schule den Tag über bleiben, das einzige Haus, das renoviert und farbig war. Eine Schulklasse führte uns ein Theaterstück vor und wir nutzen den Tag, um den Ort zu erkunden. Kap Schmidt wurde 1778 von James Cook entdeckt, ein Denkmal im alten Ortskern erinnert daran.
Der 8. März ist Welt-Frauentag und in Russland sogar ein nationaler Feiertag, so wurde unsere Fotografin kurzerhand von den beiden Schulköchinnen zum Sekt eingeladen. Die lokalen Grenzbeamten bestanden noch auf ein Foto am Ortsausgang und dann ging es am Abend weiter nach Süden. Leider wurde das Wetter immer schlechter und wieder zog ein Blizzard auf. Diesmal war es so heftig, dass wir gegen fünf Uhr morgens nicht mehr weiterfahren konnten. Zuvor mussten wir im Sturm noch ein Rad des serienmäßigen [...]
Insbesondere auf den letzten Metern nach Kap Schmidt war eine große Kraftanstrengung notwendig, um alle vier Amaroks und uns in den nordöstlichsten Ort unserer gesamten Route zu bringen. Nach Verlassen von Billings wurde das Wetter immer schlechter und der berühmt-berüchtigte Whiteout-Effekt setzte ein. Der Horizont war nicht mehr zu erkennen, alles um uns herum war nur noch weiß. Selbst der auf große Reifen umgerüstete Amarok musste mehrmals mit der Schaufel befreit werden, als alle vier Amaroks gleichzeitig stecken blieben. In der Nacht erreichten wir schließlich Kap Schmidt, ein Ort, in dem es nahezu vier Monate lang, von Dezember bis April, stürmt. Gleich nach unserer Ankunft wurden wir einer Kontrolle durch die Grenzpolizei unterzogen, die unsere Visa für Chukotka prüfte. In zwei [...]
Hinter Pevek ging es auf einer guten Schotterstraße entlang einer alten Telegrafenlinie nach Komsonosky, einer kleinen Ortschaft, in der wir nach dem schnellsten Weg nach Anadyr fragten. Obwohl laut Karte eine Straße weiter südlich existieren sollte, empfahl man uns, die klassische Route über Kap Schmidt zu nehmen. Die Straße führte ausgeschildert weiter bis nach Billings, einem Ort mit nur 20 Einwohnern am Chukotka-Meer. Dort konnten wir auftanken und waren froh, dass der Diesel nicht rationiert war. Die Straße führte noch ein kurzes Stück weiter in Richtung Osten zu einem See, wo sich die Einwohner das tägliche Trinkwasser holen, dann verloren sich die Reifenspuren im Schnee. Im Morgengrauen versuchten wir, an der Küste entlang auf Sicht in Richtung Kap Schmidt weiterzufahren.

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Unseren Aufenthalt in der Hafenstadt Pevek nutzten wir, um administrative Aufgaben zu erledigen, die Amaroks kamen in beheizte Garagen. Wenn wir wie in Pevek mehrere Stunden Zeit haben, können wir unsere Internet per Inmarsat-Antenne aufbauen. Wenn der Blog manchmal mit ein paar Tagen Verzögerung erscheint, liegt es daran, dass wir keine Zeit hatten zu senden, sondern Strecke machen mussten.
In Pevek waren wir das Stadtgespräch und auch die lokale Zeitung brachte uns als Titelstory auf der ersten Seite. Von 2000 bis 2008 war der russische Oligarch Roman Abramowitsch, zeitweise einer der reichsten Männer der Welt, Gouverneur von Chukotka. Aus dieser Zeit stammen die vielen, in bunten Farben angemalten Wohnhäuser. Doch viele davon stehen leer und bezeugen, dass nicht wenige Bewohner [...]
Heute haben wir 24 Bilder eingestellt, da wir in den letzten beiden Tagen bei hervorragendem Wetter durch die wirklich atemberaubende Landschaft Chukotkas fuhren. Im Gegensatz zu der Region Jakutien ist Chukotka sehr viel einsamer und verfügt nur über wenige regelmäßig gepflegte Winterstraßen. Nach der obligatorischen Unterschrift der Bürgermeisterin in Bilibino in ihrem Büro um drei Uhr morgens fuhren wir direkt weiter nach Pevek. Am nächsten Morgen folgte die erste wirkliche Bewährungsprobe für die Fahrer und die Amaroks. Zum ersten Mal mussten wir das Abschleppseil für den serienmäßigen Amarok auspacken, da die ausgefahrenen LKW-Reifenspuren zu tief waren.
Das Team hat inzwischen seine eigenen Methoden entwickelt, um wach zu bleiben, Liegestützen im Freien zu machen ist eine [...]
Auf dem Weg nach Andruchkina sahen wir das erste Mal Polarlichter. Den Tag am nördlichsten Punkt unserer Fahrt durch Jakutien nutzten wir, um Verstärkungen an allen drei Amaroks vorzunehmen. Dieser Ort, der nur von Jakuten bewohnt wird, gab auch eine standesgemäße Kulisse ab für die Aufnahmen von unserem Begleitfahrzeug, dem serienmäßigen Amarok TDI ForMotion, die wir dort machten. Das Serienfahrzeug hat sich bis jetzt entgegen der vielen Unkenrufe wirklich hervorragend geschlagen. Allerdings haben wir zur Zeit auch sehr viel Glück, denn schon seit fast einer Woche scheint nur die Sonne und der letzte Neuschnee ist vor zwei Monaten gefallen. Damit sind die Spuren auf der Winterstraße zwar sehr ausgefahren, aber es gibt keine hohe Schneedecke. Am Abend brechen wir nach Chersky und damit [...]
Nach einer anstrengenden Nachtfahrt über den Chersky-Gebirgsrücken erreichten wir am Morgen des 28. Februar Syrianka, eine kleine Stadt mit etwas mehr als 5000 Einwohnern. Der Zweite Bürgermeister hatte zu unserer Ankunft eine kleine Pressekonferenz organisiert und trug sich ins Guinness World Records-Zeugenbuch ein. Nach dem Auftanken ging es weiter Richtung Srednjakolinymsk, diesmal auf dem zugefrorenen Fluss Kolymar. Welch ein Unterschied von der rauen Schneefläche zu Beginn der Winterstraße zu der glatten Flussoberfläche! Es war ein Genuss, mal ohne das massive Rütteln bei 20 km/h einzuschlafen. Mitten in der Nacht überquerten wir den nördlichen Polarkreis und machten ein Gruppenfoto. Am nächsten Morgen stoppten wir bei einem Jakutenjäger, der seit den 80iger Jahren in seiner [...]
Mitten in der Nacht erreichten wir Ust-Nera und checkten einen Amarok nochmals in einer beheizten Garage durch. Am 26. Februar verließen wir morgens um vier Uhr die Stadt und kamen nach 80 Kilometern in Richtung Osten an eine Kreuzung, die in Russland sehr berühmt ist. Von hier führt eine rund 2000 Kilometer lange Winterstraße nach Anadyr, der Hauptstadt von Chukotka. Ab hier reduzierte sich auch unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf 15 bis 20 km/h, hauptsächlich wegen den schweren KAMAZ-LKWs, die die an der Winterstraße liegenden Dörfer mit Lebensmitteln und Diesel versorgen.
Erstaunlich gut macht sich unser serienmäßiger Amarok auf der Winterstraße. Durch seine guten Geländeeigenschaften kann das Kamerateam mit ihm immer wieder den Amarok-Konvoi für Foto- und Filmaufnahmen [...]
Die Straße nach Oimjakon und weiter nach Magadan ist eine von Gefangenen gebauten Gulagstraße, auch Road of Bones genannt. Sie ist nur einspurig und stellenweise eine Herausforderung, besonders an den einzufallen drohenden Holzbrücken. Nur wenige Menschen leben hier am kältesten Ort außerhalb der Antarktis, die meisten sind Jakuten. In den 1960iger Jahren wurde hier einmal -71,2 °C gemessen. Ein Denkmal erinnert daran. Menschen sieht man nur selten auf der Straße. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto verließen wir am Abend diesen extremen Ort, um in Ust-Nera die anderen wiederzutreffen. [...]
Am Morgen kamen noch einmal alle Journalisten auf dem Hauptplatz von Jakutsk zusammen, um die Expedition beim Beladen der Fahrzeuge zu fotografieren. Danach gab es noch ein Gruppenfoto und gegen ein Uhr verließen wir Jakutsk in Richtung Oimjakon. Die Überquerung der Lena auf der Eisstraße dauerte fast 30 Minuten, so breit ist der Fluss an dieser Stelle. Der Konvoi teilte sich nach etwa 400 Kilometern auf, ein Amarok fuhr weiter nach Ust-Nera, um die großen Reifen aufzuziehen, die anderen fuhren auf einer schmalen Straße weiter zum kältesten Ort der Welt, Oimjakon. [...]
Heute stand das Journalistenprogramm an. Morgens fand eine Pressekonferenz im Hotel statt, anschließend fuhren die 17 aus Moskau angereisten Journalisten mit dem Bus zum Testgelände am Rande von Jakutsk. Ausgiebig konnten dort alle sechs Amaroks getestet werden, auf einer Strecke, die am berühmten Permafrostmuseum vorbei auf einen Hügel führt, von dem aus man Jakutsk und die Lena überblicken konnte. Am Abend folgten ein gemeinsames Abendessen und unsere letzte Dusche für die nächsten zehn Tage. Dem Team war die Anspannung für die kommende Strecke anzumerken. Die Amaroks wurden noch einmal in einer +20 °C warmen Garage gecheckt und die Motoren gegen Kälte isoliert. [...]
Am Morgen nach der Überquerung der Lena zogen wir wieder einmal ein Auto aus dem Straßengraben und trainierten so schon mal für die kommenden Wochen im Tiefschnee. Jakutsk ist eine Stadt der Extreme, überall ist das sichtbar. Jakutsk ist die einzige Stadt der Welt, die jemals einen Temperaturunterschied von 100 °C erlebte - von +44 °C im Sommer bis zu -64 °C im Winter. Da hatten wir heute mit -34 °C ja richtig Glück. Am Nachmittag stand die Vorbereitung eines Testgeländes für die morgen aus Moskau kommenden Journalisten auf dem Programm. Intensiv wurde bis in die Abendstunden noch an einem Iglu gebaut. Kurz vor dem Abendessen segnete eine Schamanin jedes einzelne Teammitglied für die jetzt in die heiße Phase eintretende Amarok Polar Expedition. [...]
Tanken am Morgen bei -42 °C bereitete dem Team große Freude. Eine heftige Erfahrung, wie sich Kälte anfühlen kann, wenn man den Zapfhahn ohne Handschuhe anfasst. Für den Vormittag stand der Besuch eines Evenki-Dorfes an. Im Rahmen unseres Sotchi 2014-Programms übergaben wir mehrere Geschenke an eine Evenki-Tanzgruppe, die uns bei unserer Ankunft mit einem Tanzdarbietung begrüßte. Wir ließen es uns nicht nehmen, im traditionellen Stockziehen gegen die Jugend des Dorfes anzutreten. Am Nachmittag stand wieder Kilometer machen auf den Programm - und zwar auf der berühmt-berüchtigten “Road of Hell”. Im Frühjahr verwandeln sich die Schotterabschnitte der Straße in kniehohen Schlamm, in dem sich die LKWs eingraben. In den frühen Morgenstunden überquerten wir den Lena-Fluss, um uns im Hotel [...]
Eine weitere Fahrt durch die Nacht. Doch plötzlich standen mehr als zehn LKWs vor uns und warteten, dass es weiter ging. Das Problem war ein querstehender LKW, doch wir konnten nach einigem Schneeräumen rechts vorbeifahren. Am Morgen gegen neun Uhr kamen wir in Tynda an, einer Stadt, die erst vor 30 Jahren wegen der Bahnstrecke BAM aufgebaut wurde. Im einzigen Hotel der Stadt konnten wir dann erst einmal ausruhen und einige Aufnahmen in der Innenstadt machen. Wahrscheinlich waren wir die Attraktion an diesem Tag, denn viele Bewohner kamen mit ihren Kindern zu uns, um Fotos zu schießen. Morgen geht es weiter. Man erwartet uns schon in einem Dorf vor Jakutsk, um uns dort mit einer Zeremonie herzlich zu empfangen. [...]
Das Wetter war auf unserer Seite als wir weiter Richtung Osten nach Jakutsk fuhren. Das Kamerateam filmte den Konvoi auch bei minus 25 Grad. German und Andrew, aus dem Begleitteam mit den serienmaessigen Amaroks, werden das Kernteam in Jakusk wieder verlassen. Trotzdem waren Sie bester Laune. Gegen Abend erreichten wir auf der relativ neuen und gut ausgebauten M58 die Tundra und damit die Baumgrenze. Der Verkehr nahm spürbar ab, nur ab und zu sind Fahrzeuge aus Japan zu sehen, die von Vladiwosotok in den Westen Russlands zum Verkauf gefahren werden. Daher sind hier auch überall Rechstlenker zu sehen. Immer akkurat am Arbeiten, unser Yellowbrick Tracker hinter der Windschutzscheibe. Gestern Abend auch unsere erste Kältepremiere, minus 37 Grad zwischen Ulan Ude und Chita. [...]
Was für ein Tag. Bestes Wetter auf dem Baikalsee, und dann sind wir auch noch von der Nordseite auf den See gefahren, wo kaum Schnee auf der 90cm dicken Eisdecke lag, so dass man sehr detailliert die Eisverfärbungen sehen konnte. Die staatliche russische Rettungsorganisation MSHS fuhr mit  ihrem All-Terrain Fahrzeug unserem Amarok Konvoi voraus. Wir brauchte ca. 2. Stunden um den tiefsten Süßwasser See der Welt zu überqueren. Kurz vor Erreichen des Ufers unterschrieb der Leiter des MSHS noch die Olympia Urkunde und unsere Guinness World Records Zeugenbuch. Zum Einsatz kam zum ersten mal unser Drohnenkamera, die super Aufnahmen von einem Konvoi Überflug machte. Mitten auf dem See trafen wir am Nachmittag noch einen Eisfischer mit seinem Sohn, die an einem Eisloch ihr Netz auswarfen. [...]
Der Samstag war bestimmt von letzten Vorbereitungen der Amaroks beim VW Händler in Irkutsk. Ilya der Fotograf nutzte diese Zeit auch um den Filmcopter auszuprobieren. Er wird morgen zum ersten Mal bei unserer Baikalsee Überquerung zum Einsatz kommen. Die 80 km vom Sporthotel zum VW Händler kennen wir jetzt in Schlaf. Auch wurde die Zeit beim Händler genutzt um einen kurzen Film über die Umbauten am Amarok zu drehen. Außerdem unterschrieb Dmitry, der Werkstattleiter, unser offizielles Sotchi Dokument mit seinen Wünschen für das Sotchi Olympia Team. Vielen Dank an das gesamte Volkswagen Team für die intensive Nutzung der Werkstatt in den vergangenen zwei Tagen. Morgen geht es dann endlich weiter nach Jakutsk, geplante Ankunft ist der 21. Februar. [...]
Das komplette Team, mittlerweile auf 16 Personen angewachsen, traf sich am Abend im Sporthotel nahe dem Baikalsee. Es tat gut das Restteam wieder zu sehen und ihm für die schnelle Fahrt hierher zu beglückwünschen. Am nächsten Morgen fuhr das Kamerateam für Aufnahmen mit einem Amarok auf den Baikalsee. Überall am Straßenrand war der berühmte geräucherte Baikal Fisch “Omul” zu sehen. Alexey und weitere Teammitglieder nutzen die Pause beim VW Händler um den Proviant auf die mittlerweile sechs Amaroks zu verteilen. Auch hier im Baikal Hotel ist, wie an jedem Abend, die Auswahl der Internetfotos, geschossen und aufbereitet von Ilya und Anna, ein Highlight. Morgen noch ein Tag beim Händler, dann gehts weiter nach Jakutsk. [...]
In der Nacht stand plötzlich ein Lada mit laufendem Motor und Schnauze im Tiefschnee am Straßenrand, Fahrer und Beifahrer waren am schlafen. Nach einem kurzen Gespräch zogen wir sie mit einem der umgebauten Amaroks aus dem Graben heraus. Am Tag galt es dann wieder Kilometer zu machen um noch vor 18 Uhr in Irkutsk zu sein. Die Straße nach Krasnojarsk wurde deutlich schlechter und abschnittsweise ist sie noch nicht durchgehend asphaltiert. Um sich fit zu halten wuschen sich Mechaniker Alexey und Producer Denis das Gesicht mit  Schnee. Die Temperatur lag den ganzen Tag  knapp über minus 30 Grad. Gute Nachricht vom zweiten Team, es erreichte Irkutsk nur 18 Stunden nach uns. Die nächsten zwei Tage werden die Amaroks jetzt beim VW Händler für die kommenden, sehr tiefen, Temperaturen [...]
Immer weiter nach Osten in den Kühlschrank der Erde, ins Herz von Sibirien, nach Krasnojarsk. So lässt sich heute der Tag beschreiben. Die Temperaturen lagen bei minus 20 Grad und trotzdem trafen wir einen Skidoo Fahrer ohne Gesichtsschutz bei seiner Fahrt auf dem russischen Highway mit 30km/h. Das Wetter wurde zunehmend schlechter und Schneeverwehungen lagen auf der Straße. Das Team beim Essen in einer der zahlreichen Café’s entlang des Highways. Ein Hamburger wurde dabei auf seinen Pilzbefall genauer untersucht. Am Nachmittag kamen wir in Krasnojarsk an, wo wir den lokalen VW Händler besuchten. An einer Ampel sind die Amaroks immer ein Hingucker. Entweder wird anerkennend gehupt, oder der Daumen nach oben gestreckt.    [...]
Nach einer kurzen Schlafpause von 2 Stunden an einer GAZPROM Tankstelle ging es am Morgen um 6 Uhr von Omsk weiter durch die sibirische Tiefebene nach Novosibirsk. Die Temperaturen lagen den ganzen Tag über unter minus 15 Grad und die Sonne kam raus. So gelangen ein Paar schöne Aufnahmen von dem Amarok-Konvoi auf Russlands längster Strasse der M51/M53. Die Stimmung im Team ist nach wie vor sehr gut und die Straßen erlauben einen erholsamen Schlaf bei konstanten 75 km/h. Eine gute Nachricht erreichte uns aus Jekaterienburg. Der dritte Amarok ist auf dem Weg zu uns und wird uns in Irkustk wieder einholen. In der Nacht wurde Novosibirsk passiert und es geht weiter nach Krasnojarsk. [...]
Der vierte Expeditionstag begann gleich mit einer schlechten Nachricht. Die in der Werkstatt geschweißte Kupplung von Andrews Amarok hielt gerade einmal 50 Kilometer durch, dann machte sie sich erneut durch starken Kupplungsgeruch bemerkbar. Die Entscheidung fiel schnell: Die Strecke ist einfach zu hart, wir brauchen eine komplett neue Kupplung. Deshalb fuhren die anderen Amaroks alleine weiter nach Irkutsk, während Andrew in die Werkstatt nach Jekaterinburg zurückkehrte, um eine eigens aus Moskau eingeflogene neue Kupplung einzubauen. Mittlerweile haben die beiden verbliebenen Amaroks Sibirien erreicht. Die Straßen hier sind spürbar leerer, es sind fast nur noch LKWs unterwegs. Ab und zu wurden wir von der Polizei angehalten, zu beanstanden gab es aber nichts – die Polizeibeamten waren [...]
Der heutige Tag war das genaue Gegenteil der beiden vorherigen Tage. Da alle drei umgebauten Amaroks beim lokalen VW-Händler zur Inspektion waren, blieben wir den ganzen Tag über im Hotel, in dem gerade eine Hundeschau stattfand. Der VW-Händler namens "Autobahn" setzte alle Hebel in Bewegung, um trotz Sonntag mit seinen besten Mechanikern eine Kupplung und zwei Stoßdämpfer zu reparieren und ein paar Problemchen mit der Elektrik zu beheben. Beide Teammechaniker, vor allem Alexey, unterstützten die VW-Mechaniker, damit alles termingerecht fertig wurde. Lecker Abendessen: Mangels Alternativen gab es für das Team eine Großbestellung bei einer amerikanischen Fastfood-Kette. Um 4 Uhr früh wollen wir morgen starten, denn es gilt wieder eine Menge Kilometer in Richtung Osten zu machen. [...]
Fahren um Strecke zu machen, so lässt sich der heutige Tag beschreiben. Von Moskau aus hatten wir uns auf direktem Weg nach Jekaterinburg gemacht. Mit 70 km/h waren wir mit unserem großen Konvoi zwar nicht die Schnellsten, aber es ging dennoch gut voran. Nach knapp 1900 gefahrenen Kilometern kamen wir ziemlich erschöpft im Hotel in Jekaterinburg an, der Heimatstadt unseres Chefmechanikers Andrew. In Jekaterinburg werden wir etwas Zeit verbringen, da unsere Amaroks nochmals beim örtlichen VW-Händler durchgecheckt werden. Kurz vor Jekaterinburg überquerten wir übrigens die Grenze von Europa nach Asien. Um 23 Uhr standen das Team und die drei umgebauten Amaroks vor dem Monument, das die imaginäre Grenze markiert, für das Beweisfoto Spalier. Jetzt heißt es aber erst mal ausschlafen und [...]
Die Amarok Polar Expedition ist gestartet! Nach mehr als zwei Jahren Vorbereitung ging es um 4 Uhr morgens los. Der Startschuss fiel standesgemäß auf dem Roten Platz im Herzen Moskaus. Die Polizei ließ es sich nicht nehmen, das Team zu begrüßen und die Amaroks zu besichtigen. Gerne stellten sie sich als Augenzeugen für den Start für den Guinness World Record zur Verfügung. Bei Tageslicht hatte der aus sechs Amaroks bestehend Konvoi, von denen allerdings nur die drei umgebauten die ganze Strecke bis nach Kamchatka zurücklegen werden, die ersten 500 Kilometer Richtung Osten hinter sich gebracht. Am Abend dann ein erster Schreck. Expeditionsleiter Alexey fuhr seinen Amarok etwas zu weit in den Tiefschnee im Straßengraben, aus dem er aber nach einer viertelstündigen Seilwinden-Aktion [...]
Heute war es soweit: Die "Amarok Polar Expedition" hatte ihren großen Auftritt. Ganz in der Nähe des berühmten Spartak Moskau Eishockey Stadions fand die offizielle Pressekonferenz statt, zu der über 100 Gäste und Journalisten kamen. Dabei wurden die drei umgebauten Amaroks eingehend inspiziert und bestaunt. Die beiden Expeditionsleiter Rainer Zietlow und Alexey Simakin bekamen von einem russischen Olympiasieger im Bobfahren eine Schriftrolle mit auf den Weg, auf der die Menschen im Fernen Osten Russlands ihre Wünsche für die Olympischen Winterspiele in Sotchi 2014 vermerken können. Um 23 Uhr Ortszeit wird das Team starten. Unser nächstes Etappenziel ist Yarkutsk. [...]